Ein Konzert in 680 Meter Tiefe

Einen musikalischen Streifzug durch das Wunderland der klassischen Musik, mit Werken von Johann Strauß, Franz Léhar, Albert Lortzing u.a., bot das Loh-Orchester Sondershausen am 09. März 2002 im Erlebnisbergwerk Sondershausen in 680m Teufe.

 

Dies war das erste Mal, das ein Orchester dieser Größe überhaupt in einer solchen Tiefe ein Konzert gab.

Die Betreiber des Erlebnisbergwerkes und auch das Orchester selbst können wirklich stolz auf dieses Ereignis sein, welches sicher für jeden der 300 Besucher ein ganz besonderes Erlebnis war. In einem eigenst dafür geschaffenen Konzertsaal,

welcher nicht nach architektonischer Schönheit, sondern nur nach den Gesetzen der Akustik Anfang 2001 fertig gestellt wurde,

versetzte der Dirigent Stefan Ottersbach in die Stollen im Staßfurt-Steinsalz (Na2) eine allegretto Bitonalität. Bevor das Konzert um 19:30 Uhr begann, hatte man die Möglichkeit an einer Rundfahrt durch einen kleinen Teil des Bergwerkes teilzunehmen. Ab 18.00 Uhr konnten die Besucher des Konzertes am Brügmanschacht (Schacht I),

mit dem originalen Förderkorb der ehemaligen Kali-Abbaugrube in 4m/ Sekunde auf 680m Teufe einfahren.

Dort warteten bereits LKW´s, um die kleine Rundfahrt zu starten, welche zu der unterirdischen Kahnstrecke am Laugensee führte. Diese Kahnstrecke wurde vom Erlebnisbergwerk Sonderhausen als weiteres Highlight angelegt.

Dieser Streckenrundkurs umfasst eine Länge von 130m, mit einem Verbindungsbecken von 90m zum Abstellen und Rückführen der 3 Spreewaldkähne, mit jeweils 8 Sitzplätzen. Im Bereich der Kahnstrecke beträgt die Firsthöhe 3,50m bei einer Streckenbreite von 8m. Der Laugenstand wird mit 1,0m bis 1,5m gemessen.

Ein Kontakt mit der Lauge ist dringendst zu vermeiden, da es sich um eine gesättigte Salzlösung handelt. Beim Bau dieser Kahnstrecke dauerte es ungefähr 3 Wochen um die 4000m³ Lauge aus dem ehemaligen Ostfeld in das Becken zu pumpen. Die bergmännische Auffahrung des gesamten Projektes dauerte 6 Monate, wobei 10.000t Steinsalz abtransportiert werden mussten und ein Versatzweg von 300m - 900m zurückgelegt wurde. Für den Laufsteg wurden 170m³ Beton verarbeitet und  der Durchgang erfolgt durch eine Personenschleuse.

Durch die Lichteffekte, den künstlich angelegten Wasserfall und eine etwa 2,50m große Statue der heiligen Barbara wird diese Bootsfahrt zu einem unvergessenen Erlebnis.

Nach der Rücktour mit den LKW´s ging es nun zum neuen Konzertsaal, in dem sich auch schon das Orchester sammelte. Peter Larsen eröffnete den Konzertabend mit einer Moderation über Geld und Börse, denn dieser „etwas andere“ musikalsche Streifzug stand unter dem Motto: „Nur nicht EUROtisch werden...“

©Big/ck-einblicke

 

 

 

 

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