|
technische daten |
|
|
länge |
250,00 m |
|
breite |
19,50 m |
|
höhe / tiefe |
19,00 , mit Aufbauten 22,00 m |
|
kosten |
ca. 12 Millionen DM, davon 650000,00 DM für Ausstattung |
|
planungszeit |
1970-1974 |
|
bauzeit |
1974-1992 |
|
schutzplätze |
4500; davon 3300 Betten und 1200 Sitz-/Liegeplätze in 16 Strassenbahnen |
|
personenschleusen |
4 |
|
gleistore |
8 |
Der Schutzbau am
König-Heinrich-Platz in Duisburg
Schutzumfang:
Zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen wurde in Duisburg ein Bunker errichtet, der im Notfall bis zu 4500 Zivilisten aufnehmen könnte.
Er ist eingebaut in eine U-Bahn-Station, von der momentan zwei Drittel der Anlage als
Bahnsteige und deren Zugänge genutzt werden. Kaum einer mag wohl vermuten, dass er täglich durch einen Bunker marschiert um zur Arbeit zu fahren.
Eine unscheinbare Tür in der Nähe der Fahrkartenautomaten ist der Zugang zum Inneren des Schutzbunkers. Alle weiteren Versorgungsräume und Filteranlagen, sowie eine eigene Wasseraufbereitungsanlage und ein Schiffsdiesel zur Stromversorgung befinden sich hier, um im Ernstfall aktiviert werden zu können. Des weiteren stehen die Betten für die Unterbringung der 4500 Personen sorgfältig demontiert in größeren Räumen, denn im Ernstfall werden auch die Bahnsteige und Vorräume der U-Bahn-Station als Lagerstätten genutzt. Da dies natürlich alles seine Zeit braucht, ist eine Vorlaufzeit von ca. 8- 10 Tagen nötig, bis der Bunker tatsächlich für die Aufnahme der Zivilbevölkerung bereit steht. Dann werden auch die 8 Gleistore geschlossen, die dann die Gleisanlagen von der Außenwelt abschließen. Im ganzen Bunker herrscht dann ein Überdruck, damit keine atomaren, chemischen oder biologischen Stoffe eindringen können. Die Luftversorgung wird über eine dreistufige Filteranlage gewährleistet, die mit Hilfe von Sandfiltern auch sehr hohe Außentemperaturen auf eine atembare Temperatur bringen. Die Luft wird über außen sichtbare Türme angesaugt und dann weiter aufbereitet.
Für den Ernstfall ist geplant, die Gleisanlagen mit 16 Straßenbahnen zu bestücken, die für insgesamt 1200 Personen Steh- und Sitzplätze bieten.
Denn Betten stehen nur 3300 zur Verfügung.
Es steht eine UKW Sendeanlage bereit, die ebenfalls als Sprechanlage für den ganzen
Bunker dient.
Sicherlich ist es schwer vorzustellen, dass eine ganze U-Bahn-Sation als Bunker dient, wenn man jedoch ins Detail schaut, erkennt man z.B. große Tore an den Treppenaufgängen, die
hydraulisch und somit sicher verschlossen werden. Dies alles sieht der „normale“ U-Bahn Fahrer allerdings nicht, alles wurde sehr unauffällig verbaut und wird nur im V-Fall aktiviert.
Geplant wurde der Bunker zwischen 1970 und 1974. Nach dem Baubeginn im Jahre 1974 dauerte es noch 18 Jahre, bis dann 1992 alle Arbeiten
abgeschlossen waren und die Anlage übergeben wurde. Der Schiffsdiesel wurde seit diesem Übergabetag übrigens nie wieder zum Leben erweckt.
Zu der Einrichtung gehören außerdem noch ein Brunnen mit 2 Pumpe, die jeweils 108 m³ fördern können. Die Kraftstoffversorgung des
Dieselgenerators wird durch einen Tank mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Litern sichergestellt. Für den Zugang zum Bunker stehen außerdem noch 4 Personenschleusen bereit.
Für uns war der Besuch eine interessante Erfahrung, denn so zeigt sich, dass es Bunker in allen möglichen und unmöglichen Formen und Bauarten gibt.
© Big/ck-einblicke